
Der Marder hat wieder Saison - so verhindern Sie teure Beißattacken
(27.04.2009) Hundehaare, Duftsäcke, WC-Steine - wenn es um die Abwehr von Mardern geht, werden deutsche Autobesitzer ungewöhnlich kreativ. Schließlich sind die kleinen Raubtiere hartnäckig: Jährlich richten sie bundesweit einen Schaden von rund 20 Millionen Euro (!) an. Experten sagen: WC-Steine gehören nicht unter die Motorhaube - 100-prozentigen Schutz bietet nur eine massive Garage. Bis zu 160 000 Mal schlagen Marder pro Jahr in deutschen Autos zu. Das hat der Deutsche Jagd-Verband (DJV) kürzlich mitgeteilt. Die Dunkelziffer dürfte noch einmal weitaus höher liegen. Zündkabel, Isoliermatten, Kühlwasserschläuche - kaum etwas ist vor den kleinen Plagegeistern sicher. Vor allem jetzt, im Frühling, wenn sie ihr Revier neu abstecken. Allein 16 000 Mal pro Jahr muss der ADAC wegen Marderschäden ausrücken - Tendenz steigend! Besonders stark betroffen sind die "Laternenparker". Hier ist der Zugang für das Tier einfach, und in der Nacht wird es kaum gestört. Das Problem: Hat der Marder erst einmal Geschmack an einem Fahrzeug gefunden, kommt er gerne wieder. Zwar zählt er grundsätzlich zu den Fleischfressern, doch wenn der Motorraum nach einem Rivalen riecht, beginnt er, durch Kratzen und Beißen sein Revier zu markieren. Die berühmte Motorwäsche hilft da nur kurzzeitig, auch WC-Steine, Duftsäcke oder Hundehaare erzielen keinen langfristigen Effekt. Die Folge: teure Reparaturen. Viele Versicherungspolicen decken grundsätzlich keine Marderschäden ab. Und wenn doch, dann ist die Selbstbeteiligung bei Teilkasko oft so hoch, dass der Autofahrer am Ende doch auf den Kosten sitzen bleibt. Noch kostspieliger sind Folgeschäden - sie werden von den wenigsten Versicherern übernommen. Grundsätzlich gilt: Prävention ist der beste Schutz, aber Finger weg von Hausmittelchen - Experimente können richtig teuer werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf eine Garage setzen. Die Investition könnte sich schnell rechnen, denn nur eine geschlossene Garage versperrt dem Marder den Zugang zum Fahrzeug und verhindert damit unliebsame Überraschungen. Zwar mögen Carports in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein, in dieser Frage bieten sie jedoch keinen Schutz. Übrigens: Besonders gerne beißt sich der Marder in Süddeutschland durch. Wie die deutschen Versicherungsunternehmen in einer Untersuchung feststellten, werden in Bayern jährlich acht von 1000 Autos durch das Raubtier beschädigt. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt wird nur einer von 1000 Pkw Opfer einer Beißattacke. zurück zum Newsarchiv
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